Das SimpleTech Duo Pro Drive

Die günstige erweiterte oder gespiegelte Festplatte (RAID 0 und 1)

Von Thorsten Geppert am 10.01.2011, geändert 13.08.2012 (6086 Aufrufe).

Und geht dann die Fesptlatte kaputt, ist das Geheule groß. Um so schlimmer, wenn kein vernünftiges Backup existiert. Ich habe mir einen neuen Heim-Server gegönnt, auf dem zum jetzigen Zeitpunkt FreeBSD 8.1 läuft, der meine Daten bereithält (Samba und NFS), iSCSI macht, Webserver, Datenbank, Nameserver, alles Wichtige, was man so braucht. Um die Datensicherheit mache ich mir recht geringe Sorgen, sind doch drei Festplatten in dem Gerät zu einem RAID 5 zusammengeschaltet. Eine Festplatte kann also ohne weiteres ausfallen, es genügt, eine neue nachzustecken. Was aber, wenn zwei ausfallen? Oder der RAID-Controller (ein Highpoint RocketRAID 1740) anfängt, Datenmüll auf die Platten zu schreiben?

Für den Fall dachte ich an eine externe Festplatte. Da ich aber auch dort Datensicherheit haben wollte, suchte ich lange und verzweifelt im Internet nach einer Lösung, die vor allem auch unter FreeBSD läuft. Bezahlbares gibt es nicht. Macht man aber Kompromisse, gibt es mit dem Duo Pro Drive von SimpleTech ein recht nettes Gerät.

Das Gerät nimmt zwei Festplatten auf und kann sie als RAID 0 (Striping) oder RAID 1 (Mirroring) zusammenschalten. Und das denkbar einfach über einen DIP-Schalter auf der Rückseite des Gehäuses. Das Gerät kommt gut verpackt beim Kunden an, macht trotz des Plastiks für den Preis (s. unten) einen recht guten Eindruck. Befestigungsmaterial für zwei Platten ist vorhanden. Alles läßt sich in wenigen Minuten einfach (auch von Laien) zusammenbauen. Die Inbetriebnahme gestaltet sich, trotz der nur für Windows und Mac OS X vorhandenen Treiber, als einfach. Man stellt den DIP-Schalter auf RAID 0 oder 1 und drückt acht Sekunden lang den Reset-Knopf. Danach wird dem Betriebssytem, in meinem Fall FreeBSD, ein Festplattendevice zugeordnet, das wie gewohnt benutzt werden kann.

Stimmt etwas mit dem RAID nicht, geht beispielsweise eine Festplatte kaputt, zeigt das Gerät das durch das Leuchten einer roten LED an. Hier setzt der erwähnte Kompromiss ein. Da es die Treiber nur für Windows und Mac OS X gibt, wird die Fehlersuche kompliziert. Hat man aber ein Betriebssystem von beiden zur Hand, kann man damit vermutlich Tests fahren. Wenn nicht, beginnt die Suche oder der Austausch beider Festplatten durch zwei neue.

Die Leistungsdaten sind für meine nächtlichen Backups mit "rsync" absolut ok und ausreichend (das Laufwerk ist mittels GELI (GEOM_ELI) mit AES128 verschlüsselt und hat als Dateisystem ein UFS2 mit Softupdates drauf):

# dd if=/dev/zero of=test.iso bs=1m count=1024
1024+0 records in
1024+0 records out
1073741824 bytes transferred in 47.055207 secs (22818767 bytes/sec)

Damit liegt die Schreibgeschwindigkeit bei 21,77MB pro Sekunde. Schneller wird es natürlich ohne Verschlüsselung. Auch ist FreeBSD über USB bei Festplattenoperationen nicht das schnellste. Vermutlich läuft das Gerät unter Linux nochmal deutlich schneller.

Der Preis ist mit ca. 30 Euro (bei Amazon) sehr günstig und bisher gab es keine Probleme.

Nur 8GB werden erkannt

Schaltet man das Gerät zum ersten Mal ein, muss es initialisiert werden. Dazu hält man ca. 5 Sekunden den Reset-Schalter gedrückt. Das Gerät meldet sich dann unter Umständen nur als 8GB-HDD-Device beim Betriebssystem. Drückt man danach den Reset-Schalter, steht nach wenigen Sekunden die volle Kapazität zur Verfügung und das Gerät beginnt, das RAID aufzubauen.

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