Notebook.de und deren Service [Update 5 - 26.02.2011 - Abschluß]

Wirf dein Notebook lieber weg, geht es in der Garantiezeit kaputt. Notebook.de tut's auch

Von Thorsten Geppert am 06.10.2010, geändert 26.02.2011 (10216 Aufrufe).

Kurz angemerkt: Bilder gibt es ganz unten.

Am 04.09.2010 war es soweit, ich machte mich auf den Weg, ein neues Notebook zu kaufen. Nach längerer Überlegung dachte ich mir, dass es sinnvoll ist, es in einem realen Geschäft zu kaufen. Meine Wahl fiel auf Notebook.de, Adelungstraße 24 in 64283 Darmstadt. Der Inhaber ist Roberto Iezzi. Hätte ich geahnt, wie grottenschlecht deren Service ist, hätte ich die 150km Bahnfahrt nicht in Betracht gezogen. Aber von vorne.

Ich fuhr also mit der Bahn von Andernach nach Darmstadt. Dort angekommen wollte ich weitere Informationen zu meinem favorisierten Gerät haben. Die erheblich mangelnde Sachkenntnis des Verkäufers (in meinem Fall Herr G. Oran) bei einfachen Testfragen wie: "Ist das eine 32bit CPU oder hat die 64bit? Denn es ist ja nur ein 32bit Windows dabei." und die Antwort "Der Prozessor ist schon groß, das sollte also gehen." hätte mich eigentlich davor warnen sollen, das Gerät dort zu kaufen. Auch, obwohl auf der Website stand, dass das gleiche Gerät ohne Windows verfügbar war, war es im Laden leider nicht so, so dass ich mich für das mit Windows entschied, auch wenn ich dafür keinerlei Verwendung habe. Natürlich sind die Kosten höher. Nach ewiger Warterei im recht gut gefüllten Laden - die Rechnung mußte erstmal im Webbrowser zusammengeklickt werden, das Gerät musste geholt werden, das Geld musste mehrfach nachgezählt werden und die Dauer, bis der Verkäufer mich in der Datenbank fand, war auch recht lange (ich hatte 2007 dort bereits ein Gerät gekauft) - bekam ich dann das Notebook. Nach nur zweimaliger Nachfrage sogar eine Tragetasche für den Rücktransport. Was mir wieder ein gutes Gefühl gab war, dass Herr Oran mehrfach sagte, dass Notebook.de Lenovo-Partner ist und sie damit die Geräte selbst reparieren würden. So müsse man es nicht zum Hersteller schicken und Reparaturen gingen schnell.

Zu Hause angekommen stellte sich schnell heraus, dass die O-Taste nicht richtig funktionierte, ganz abgesehen von der eher bescheidenen Qualität der Tastatur. Ich schrieb dem Support, ob es möglich wäre, dass sie mir einfach eine neue Tastatur schicken. Nachdem ich nach zwei Tagen keine Antwort hatte, schrieb ich erneut. Dann erhielt ich endlich eine Antwort, dass das nicht ginge, da beim Selbsteinbau die Garantie verfallen würde. Ich sollte es einschicken. Einen Tag später kam noch eine Entschuldigung eines anderen Mitarbeiters (die E-Mails habe ich leider nicht mehr hier) mit der Bitte zu prüfen, ob was neben der Taste war, ich solle ganz vorsicht gucken. Fakt war, dass ich die Taste bereits entfernt hatte, da ich davon ausging, dass etwas darunter hing. Dem war nicht so, der Kontakt wurde über den Gummipropfen einfach nicht korrekt geschlossen. Schob man ihn weiter herein, war der Kontakt zwar besser, aber immer noch untauglich. Am Ende lief es auf Einschicken hinaus.

Am 08.09.2010 verpackte ich das Gerät, wie es orgininal geliefert wurde. Das bedeutet, dass ich Netzteil und Handbücher in die beiden dafür vorgesehen Kartons pakte, natürlich in die dafür vorgesehenen Tüten, das Notebook in seine antistatische Schutztüte und dann in seine Halterungen. Damit war es im Lieferzustand und ging so zur Post.
Die Zeit verging. Am 13.09.2010 kam das Gerät bei Notebook.de an, ich bekam via E-Mail die RMA-Bestätigung, lustigerweise mit dem Hinweis, dass das Display verschmiert sei (darauf war tatsächlich ein daumennagelgroßer Wischfleck). Ich würde mich niemals trauen, einem Kunden sowas zu entgegnen, allerdings läßt genau das auf den übrigen Support schließen.

Nach eineinhalb Wochen wollte ich einen Status wissen. Einen Tag später kam per E-Mail, dass die Tastatur nicht lieferbar sei und ich mich gedulden müsse. Am Ende hat der gesamte Vorgang drei Wochen gebraucht, bis ich mein Notebook wieder da hatte. Grund zur Freude war das allerdings nicht.

Am 30.09.2010 erhielt ich eine Lieferung. Es war ein großer, weißer und gebrauchter Karton. Als ich ihn hochhob, flog darin spürbar ein weiterer Karton durch die Gegend. Der weiße Karton war bereits recht rampuniert und eingedrückt. Das verhieß nichts Gutes. Ausgepackt erwartete mich verschiedenstes Füllmaterial, allerdings viel zu wenig davon. Leider habe ich das Paket nicht angenommen, sondern eine Kollegin, denn ich hätte es direkt wieder zurückgeschickt. Nunja, ich holte den originalen Karton heraus. Darin rumpelten etliche Gegenstände hin und her, was bei der originalen Verpackung von Lenovo nicht der Fall sein konnte, da dort alles korrekt und gut verpackt ist. Nach dem Öffnen des originalen Kartons traf mich der Schlag. Beide Zusatzkartons (einer mit Netzteil und Kabel, einer mit den Handbüchern) glänzten durch Abwesenheit. Das Netzteil, das Kabel und die Handbücher flogen wahrlos im Karton herum, in dem das offen liegende Notebook (keine Tüte, absolut instabil verpackt) hin- und herrutschte und aus den seitlichen Befestigungen fiel. Katastrophal. Zusätzlich klebte auf dem Netzteil noch ein roter Aufkleber, den man kaum abbekommt.

Ein erboster Anruf bei Notebook.de um kurz nach dreizehn Uhr ergab, dass ich mit drei verschiedenen Leuten sprechen musste. Ich sagte, dass ich gerne jetzt ein neues Gerät hätte, das wurde aber vehement verweigert. Mir wurde versprochen, dass ich in zwei Stunden zurückgerufen würde. Das ist jetzt fast eine Woche her.

Gestern, am 05.10.2010 schrieb ich eine erboste E-Mail an Notebook.de, was denn jetzt wäre. Was denn passiert sei, mit wem ich gesprochen hätte und ob das Gerät äußerliche Mängel aufweisen würde, wurde ich von H. Springer gefragt. Das der Bildschirm nun flackert und ich endlich zumindest meine beiden fehlenden Kartons wiederhaben wolle, schrieb ich zurück, mit der Bitte, dass jetzt einfach zu klären, ohne dass ich einen Anwalt einschalten müsse (man mag jetzt zwar meinen, dass ich übertreibe, da ich das Gerät vorraussichtlich aber wieder einsenden muss und die beiden Kartons wesentliche Stabilisatoren sind, ist das für einen korrekten Versand unumgänglich - auch wenn das Notebook.de vermutlich nicht im Stande zu begreifen ist).

Ich soll jetzt Fotos vom kaputten Umkarton einsenden. Herr Springer würde jetzt zusehen, dass ich die fehlende Kartons bekommen würde, glauben kann ich das nicht. Er will dann das Notebook abholen lassen (Warum? Um es endgültig zu schrotten??). Das Problem wurde in keiner Weise gelöst.

Fazit

Und damit komme ich zum Fazit: Wer bei Notebook.de kauft, wird schlecht beraten. Der Service stinkt, anders kann man es nicht sagen, die Kompetenz der mit mir in Kontakt gewesenen Mitarbeiter ist äußerst zweifelhaft. Für einen Laden, der auf Notebooks spezialisiert ist, sind erhebliche Mängel vorhanden. Die fehlende Sachkompetenz mindestens eines Verkäufers ist unzureichend, passend zum Service. Kauft woanders, ich werde das, nachdem ich jetzt 569 Euro das Klo heruntergespült habe, auch tun. Finger weg von Notebook.de.

PS: Wer einmal im Internet ein wenig recherchiert, bekommt viele Meinungsbilder zu Notebook.de, die wie meins klingen, wenn was schief geht (Reparaturen, usw.). Schlechter Service. Einfach mal google.de benutzen. Hier eine kleine Auswahl:

Läuft alles nach Plan, bekommt Notebook.de nahezu durchweg gute Benotungen (wahrscheinlich Online-Käufe oder nicht der gleiche Verkäufer, den ich hatte), geht aber was schief, fällt der Service ins bodenlose.

PPS: Ich werde natürlich darüber berichten, wie es weitergeht. Seien wir mal gespannt.

PPPS: Das Bild "So sollte es aussehen" ist von einem anderen Notebook selben Fabrikats.

Bilder

Umverpackung

Lieferung

So sollte es aussehen

Netzteil

[Update 1 - 12.10.2010]

Ich wurde vor einigen Tagen tatsächlich vor die Wahl gestellt, dass Notebook nochmal an Notebook.de einzusenden, um zu sehen, wie es jetzt weitergeht. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Da ich nicht will, dass das Gerät danach komplett kaputt ist, wovon man ausgehen kann bei dem Laden, lebe ich jetzt erstmal mit dem Flackern und, wenn es mich zu sehr stört, geht das Gerät an Lenovo.

[Update 2 - 12.10.2010]

Wie Notebook.de versprach, haben sie mir (in dem Fall Herr Stefan Willig) die fehlenden Kartons zugeschickt. Das unterstreicht nochmal den Umgang seitens Notebook.de mit Kunden und Gegenständen und sollte als letzter dienlicher Hinweis gelten, doch lieber wo anders zu kaufen, sehen Sie selbst:

Bitte, tun Sie sich einen Gefallen und kaufen woanders. Nirgendwo hatte ich bisher eine so mißerable Qualität und einen so unterirdischen Umgang mit dem Kunden. Denn wer selbst zu dumm ist, Dinge vernünftig in einen Karton zu packen, kann auch weder beratend tätig sein noch Support leisten noch reparieren.

[Update 3 - 13.10.2010]

Heute Mittag, gegen 13:00 Uhr, bekam ich tatsächlich einen Anruf von Herrn Willig. Er entschuldigte sich für den mißerablen Transport und versprach, dass sie sich an UPS wenden wollten. Das mag ja alles ganz lieb und nett sein, impliziert aber immer noch keine Problemlösung für mich. Sobald Notebook.de bzw. Herr Willig neue Informationen über den UPS-Fall hat, will er sich nochmal bei mir melden. Wir dürfen gespannt sein.

[Update 4 - 30.10.2010]

Das ist wohl mein letztes Update. Es sind nunmehr wieder zwei Wochen vergangen. Niemand hat sich gemeldet, was ja nicht anders zu erwarten war.

Fazit

Drecksladen, absolut imkompetente Mitarbeiter, kaum vorhandener, sehr schlechter Service. Schade, dabei hätten die Potential. Ich werde dort auf jeden Fall nichts mehr kaufen und hoffe, dass es mir viele gleich tun werden. Kauft lieber woanders. Beispielsweise soll Amazon bei Defekten einen einwandfreien Service liefern. So gehen die kleinen Läden zwar kaputt, was sie aber selbst schuld sind. Ich hoffe, dass es notebook.de genau so ergehen wird.

[Update 5 - 26.02.2011 - Abschluß]

Ich habe das Notebook bei eBay eingestellt, verkauft, verschickt und eine gute Bewertung bekommen. Damit ist das Kapitel mit dem Drecksladen Notebook.de abgeschlossen.

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