KIA

7 Jahre Garantie oder nicht?

Von Thorsten Geppert am 27.06.2016, geändert 27.06.2016 (1692 Aufrufe).

Wir sind beruflich auf ein Auto angewiesen. In der Einöde, in der wir unser Leben vollstens genießen, ist ein Entrinnen zum Arbeitsplatz oder in die nächste Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nahezu unmöglich. Schafft man es doch einmal so heraus, wird es ein schwieriges Unterfangen, wieder zurück zu kommen. Eine Bahnverbindung gibt es überhaupt nicht, nur der Bus fährt ungefähr drei Mal täglich durch unseren Ort.

Da wir nun zu dritt sind, brauchen wir unbedingt und unablässig ein zweites Auto. Muss zum Beispiel einer zur Arbeit und einer zum Arzt, gibt es außer teuren Taxis leider keine Alternative.

Da ich vor einem Jahr bereits seit zehn Jahren KIA fuhr, zuerst drei Jahre einen Picanto und dann sieben Jahre einen Ceed, haben wir uns zuerst bei unserem KIA-Autohändler umgesehen und waren vom Carens – auch wegen zukünftiger Familienplanung – äußerst begeistert. Nicht zuletzt die sieben Jahre Garantie gaben uns ein gutes Gefühl der Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Habe ich die Garantie beim Ceed bereits zwei Mal nutzen müssen und lief immer alles gut – die Benzinpumpe war defekt bzw. lief nicht ganz rund und das Autoradio stürzte immer wieder mal ab, so dass ich die Sicherung entfernen musste – so sollte sich das beim Carens wohl anders geben.

Nach beinahe einem Jahr absoluter Zufriedenheit, die wir bei dem Auto immer noch haben, wir mögen den Wagen, löste sich allerdings der Hebel der Höhenverstellung des Fahrersitzes. Das Verstellen war glücklicherweise noch möglich, aber der Hebel ließ sich im großen Winkel links und rechts bewegen. Irgendwann, so dachten wir, haben wir ihn in der Hand.

Also machten wir einen Termin in einer KIA-Werkstatt in der Nähe unseres Wohnorts, nämlich in Mayen. Wir dachten an einen Garantiefall. Wir brachten den Wagen morgens hin und sie riefen auch bald darauf an, dass wir ihn abholen können. Als wir dies abends taten, mussten wir eine Rechnung von beinahe 40,00 Euro bezahlen. Obgleich festgestellt wurde, dass wir kein Verschulden an der Lockerung des Hebels trugen, mussten wir die Rechnung zahlen.

Warum, musste ich überhaupt nicht fragen, es wurde uns direkt mitgeteilt. Laut dem KIA-Vertragshändler zahlt KIA nur dann im Garantiefall, wenn Teile getauscht werden. In unserem Fall wurde der Hebel mit seiner eigenen Schraube wieder festgezogen und die Schraube fixiert. Teile wurden nicht ausgetauscht und damit wäre es kein Garantiefall, sondern wir mussten vollständig zahlen.

Man kann es sich vorstellen, sonderlich begeistert waren wir alle nicht, auch wenn die Rechnung nicht sonderlich hoch ausfiel. Aber da es nicht unser Verschulden war, warum sollten wir zahlen?

Damit wir den Wagen direkt wiederbekamen, zahlte ich widerwillig und dachte, ich schreibe KIA einmal wegen einer Stellungnahme an.

KIA meldete sich auch recht schnell und wollte noch die Adresse des Autohauses sowie den Fahrzeugschein haben. Beides schickte ich per E-Mail zügig zu und so ließ die Antwort nicht lange auf sich warten.

Ich möchte dies kurz zusammenfassen. KIA setzte sich mit dem Händler in Verbindung und dieser meinte, dass nicht die Reparatur des Schadens in Rechnung gestellt wurde, sondern die Auffindung und Prüfung der Ursache.

Ich bin äußerst verwundert, denn übertrage ich das auf andere Schäden, die der Wagen in den nächsten Jahren bekommen kann, bedeutet dies ja, dass wir zwar Garantie haben, die Behebung der Schäden aber selber zahlen müssen. Dementsprechend darf meiner Meinung nach KIA nicht mit einer siebenjährigen Garantie werben, sondern muss eindeutig sagen, dass sie eben keine Garantie geben.

Dies schrieb ich KIA auch, wozu ich aber bisher noch keine Antwort erhielt.

Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass KIA nicht zur Werbeaussage und ihrer Qualität steht und vermute, dass dies eine Masche ist, denn wegen ungefähr 40,00 Euro wird keiner zum Anwalt gehen, zumal unsere Selbstbeteiligung bei 150,00 Euro liegt.

Schade, KIA, bisher war ich zufrieden, aber diese Masche kann ich nicht gutheißen.

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